Durchschnittlich legen wir, vor allem unsere Füße, etwa 160.000 km in unserem Leben zurück. Doch obwohl die Füße unsere wichtigsten Transportmittel sind, werden sie bei der täglichen Hygiene doch oft sträflich vernachlässigt. Diese stiefmütterliche Behandlung hat Folgen: Die Füße jucken, brennen und schwellen an, es bilden sich Blasen und Druckstellen, Pilzbefall droht. Im schlimmsten Fall reißt die Haut ein und es bilden sich Infektionen oder offene Wunden.

Menschen mit Diabetes sind besonders häufig von Fußproblemen betroffen. Trockene und schuppige Haut ist dabei  noch die geringste Begleiterscheinung. Ernst wird es, wenn sich nach mehrjähriger schlechter Blutzuckereinstellung eine Nervenerkrankung einstellt, diese führt dazu dass Verletzungen oder Reize ob heiß oder eiskalt nicht mehr wahrgenommen werden. Selbst kleinste Risse können sich dann unbemerkt infizieren.

Aber auch Menschen mit Übergewicht, Rheuma oder Venenerkrankungen haben Probleme mit ihren Füßen. Hinzu kommt: Jeder dritte Bundesbürger hat Fußpilz, der unbedingt behandelt werden sollte, damit er nicht auf die Nägel übergreift. Aber auch bei Fehlbelastungen - etwa durch Fuß- oder Zehenfehlstellungen - oder zu engem Schuhwerk melden sich die Füße mit Druckstellen, Hornhautbildung, Hühneraugen, Blasen und Schmerzen.
Im Gegensatz zum Fußpfleger, der hauptsächlich für Fußästhetik und -hygiene zuständig ist, verfügt der Podologe zusätzlich über ein fundiertes medizinisches Fachwissen. Er arbeitet eng mit dem behandelnden Arzt zusammen, so dass bereits kleinste Veränderungen rechtzeitig erkannt und drohende Fußprobleme beseitigt oder zumindest stark gemildert werden können.

  • Vorbereitung der podologischen Behandlung einschließlich Hygienemaßnahmen
  • Anamnese und podologische Befunderstellung
  • Biomechanische Untersuchung
  • Erstellen des Behandlungsplans und Aufklärung über das Behandlungsziel
  • Spezielle Behandlungsmaßnahmen bei Nagelveränderungen
    • Richtiges Schneiden der Nägel
    • Behandlung eingerollter und eingewachsener Nägel
    • Unterstützung von Mykosetherapien und verdickten Nägeln
    • Orthonyxiespangen-Therapie, Nagelkorrekturspangen
    • Nagelprothetik (künstlicher Nagelersatz)
  • Spezielle Behanldungsmaßnahmen bei Hautveränderungen
    • Hyperkeratosenbehandlungen (Abtragen übermäßiger Hornhaut und Schwielen)
    • Behandlung von Clavi (Hühneraugen) und Verrucae (Warzen)
    • Spezielle Behandlungsmaßnahmen bei Entzündungen und Infektionen
  • Druck- und Reibungsschutz
  • Orthesentechnik (Anfertigen von langlebigen Druckentlastungen)
  • Spezielle Verbandstechniken und Entlastungen (Taping, Kompression)
  • Spezialtechniken unter Einbeziehung von manuellen, apparativen, medikamentösen und physikalischen Behandlungsmethoden
  • Fuß- und Unterschenkel-Massage als therapeutische Maßnahme
  • Mobilisierungsübungen und Fußgymnastik bei Fehlstellungen und Deformitäten
  • Allgemeine und individuelle Patientenberatung und –anleitung zu vorbeugenden Maßnahmen zur Pflege und Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Füße
  • Dokumentation (Karteikarte, interdisziplinäre Zuweisung – Bericht)
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen (Ärzte, Orthopädieschuhtechnikern, Physiotherapeuten)